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Die Natur im Nationalpark Thy

Wasser, Strand und Dünen. Heiden, Wälder und große, saubere Seen. Die Natur im Nationalpark Thy ist mit ihrem Angebot an menschenleeren, abwechslungsreichen Landschaften und seltenen Tieren und Pflanzen von herausragender Qualität. Hier kann man die wilde Natur erleben, verschiedensten Freiluftaktivitäten nachgehen oder einfach den Aufenthalt in großartiger Umgebung genießen.

Auch mit einer Reihe einmaliger kultureller Sehenswürdigkeiten kann die Gegend aufwarten. Der Mensch hat im Küstengebiet seine Spuren hinterlassen. Sie reichen von Grabhügeln über verschwundene Dörfer und vom Sand verschlungene Kirchen bis hin zu gigantischen Festungswerken aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. All das ist hier zu finden und bildet einen Teil der Gesamtgeschichte des Nationalparks Thy.

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Die Dünen

Im Nationalpark Thy liegt ein Großteil der gesamten Dünenfläche Dänemarks. Die Dünenlandschaft ist dynamisch und kann selbst über kurze Entfernung stark variieren. Die Dünenvegetation steht unter dem Einfluss der physischen Bedingungen wie Grad der Sandzuführung, Kalkgehalt, Nährstoffe, Ausrichtung der Dünenböschungen und der Abstand zum Grundwasserspiegel.

Verschiedene Dünenarten sind im Nationalpark Thy vertreten. Hier gibt es Vorstrände mit beginnender Dünenbildung und die durch fortlaufende Sandverwehung gekennzeichneten Weißdünen sowie stabilere Dünenformen wie die kalkreiche und fruchtbare Braundüne und die mit einer geschlossenen Vegetationsdecke aus Flechten und Zwergsträuchern überzogene Graudüne.

Die Dünenheide

Merkmal der Dünenheide ist ein geschlossener Bewuchs mit Zwergsträuchern. Die Dünenheide ist ein Mosaik aus trockenen Gebieten mit großen Dünenformationen dominiert von Krähenbeere und Heidekraut  sowie Abwehungsflächen mit zeitweiligen Seen und feuchten Dünenniederungen, die von Glockenheide, Gagelstrauch und Rauschbeere dominiert werden. Doch Dünenniederungen sind auch Lebensraum für einige der seltensten Arten, wie beispielsweise Lungenenzian und Lungenenzian-Ameisenbläuling .

Die größten Dünenheiden im Nationalpark sind  das Wildreservat Hanstholm,  Vangså Klithede und  Ålvand Klithede sowie die Dünenheiden zwischen Stenbjerg und Lodbjerg. Hier sind große Rothirschbestände, Ottern und Kreuzottern zu finden und es brüten hier mehrere seltene Vogelarten wie Kranich und Bruchwasserläufer.

Die Seen im Nationalpark

Im Nationalpark Thy gibt es mehr als 200 große und kleine Seen. Viele von ihnen zählen zu den saubersten Seen Dänemarks und sind Lebensraum zahlreicher seltener Pflanzen. Viele Dünenseen sind so genannte Lobelien-Seen. Das sind nährstoffarme Klarwasserseen mit Sandgrund. Hier wachsen sowohl die Charakterpflanze Wasser-Lobelie als auch andere Wasserpflanzen wie Brachsenkraut, Strandling und Gewöhnlicher Pillenfarn.

Im Nationalpark Thy liegen auch die großen Karstseen  Vandet Sø und  Nors Sø. Nur an diesen beiden Stellen wächst in Dänemark das  Biegsame Nixenkraut.

Im südlichen Teil des Nationalparks liegen der See Ørum Sø  und der Brackwassersee Flade Sø. Beide Seen waren früher Teil der Bucht Krik Vig. Sie sind sehr flach und verhältnismäßig nährstoffreich.

Kalksteilhänge

Die hochliegenden Kalkschichten des Untergrunds treten in Steilküsten aus der Steinzeit an vielen Stellen zu Tage. Die hier anzutreffenden Pflanzen unterscheiden sich stark von der Flora der Dünenheiden und Dünenwälder.

Hier wachsen zum Beispiel das Graue Felsenblümchen, verschiedene Enzianarten, Steppen-Aschenkraut und nicht zuletzt der Dünen-Augentrost, der weltweit nur in Nordjütland vorkommt.

Die Dünenschutzwälder

Die ersten Anpflanzungsversuche von Bäumen im westlichen Teil von Thy wurden 1816-20 unternommen. Leider misslang das Vorhaben, aber um die Jahrhundertmitte fand man neue Methoden und ausländische Baumarten wie die Bergkiefer, die im sandigen, salzigen und windigen Klima gedeihen konnten.

Seitdem sind viele andere Nadelbaumarten aus fremden Gefilden zwischen die Bergkiefern gepflanzt worden. Und heute ist eines der Ziele des Nationalparks, artenreichere Wälder mit einheimischen laubabwerfenden Bäumen und einem natürlicheren Wasserstand zu schaffen.

Naturpflege

Die Natur in den dänischen Dünenheiden ist verletzlich. Die größte Bedrohung ist das Eindringen invasiver Arten von insbesondere Nadelbäumen und Kartoffel-Rose. Auch zurückliegende Entwässerungsmaßnahmen sowie die Zufuhr von Stickstoff aus der Luft wirken sich auf die Dünenheide nachteilig aus.

Zur Förderung der ursprünglichen Dünenvegetation werden diese Teile beweidet. Auch zielgerichtete Rodung oder Brandrodung der Vegetation wird von Zeit zu Zeit vorgenommen. Die Beweidung erfolgt unter anderem mit Haustieren, doch auch ein wachsender Bestand an Rothirschen trägt dazu bei, die Dünenheiden im Nationalpark Thy zu schützen.

Der natürliche Wasserstand in den offenen Dünenlandschaften wird laufend wiederhergestellt durch Rückbau von Drainagen und Gräben. In gleicher Weise soll die forstwirtschaftliche Nutzung naturnaher gestaltet werden, was perspektivisch zum Erhalt stabiler artenreicher Wälder mit hohem Erholungswert beiträgt.

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