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Dünenheide Vangså

Die Heide von Vangså sind Sandfluchtlandschaften in großem Stil. Hinter den markanten Meeresdünen liegen parabelförmige Dünen, an deren Ostseite bis zu Kilometer lange schmale Dünenformationen liegen, die in Nordjütland als „klitrimmer“ bezeichnet werden. Zwischen ihnen sind die großen Ausblasungsflächen zu sehen, die einzigartige Lebensräume für seltene Pflanzen darstellen. 

Pflanzen in der Dünenheide

In den Dünenheiden wachsen Kriech-Weide, Heidekraut, Glocken-Heide, Lungen-Enzian, Krähenbeere, Preiselbeere und Rauschbeere. Alle drei dänischen Arten des insektenfressenden Sonnentaus gibt es hier. Orchideen wie das Gefleckte Knabenkraut sind in feuchten Niederungen anzutreffen und tauchen in der Blütezeit ganze Striche der Dünenheide in Rosa. Diesen Anblick können Sie an einem Tag im Juni erleben, wenn Sie westlich vom Kystvejen bei Kilometer 29 zum See gehen. Genießen Sie den Anblick und denken Sie daran, dass die Orchideen unter Naturschutz stehen und also nicht gepflückt werden dürfen. Ganz weit außen in den Dünen nahe am Meer wächst unter anderem das seltene und unter Naturschutz stehende Ligusticum scothicum.

Große Teile der Heide Vangså wurden 1995 unter Naturschutz gestellt. Zweck dieser Maßnahme ist die Erhaltung und der Schutz der naturhistorischen und landschaftlichen Werte und die Möglichkeit der Durchführung von Naturpflege. Die größte Bedrohung für die trockene Natur des Gebiets ist das Zuwachsen mit Bäumen und Sträuchern, unter anderem mit der Bergkiefer. Es werden regelmäßig Rodungen, Brandrodungen und Beweidung durchgeführt.

Tierleben

Kranich, Bruchwasserläufer und Sumpfohreule halten sich hier auf. Auch Braunkehlchen und Neuntöter sind zu sehen, und in der Nähe der Dünenwälder ist der Ziegenmelker beheimatet. An Säugetieren gibt es hier Rehe, Füchse und Hirsche.

Mehrere interessante Schmetterlingsarten sind in der Dünenheide Vangså registriert worden, unter anderem der seltene Lungenenzian-Ameisenbläuling, dessen Larven im Samenstand des Lungenenzians leben. Nach mehreren Häutungen lässt sich die Larve auf den Boden fallen, wo sie von einer Ameisenart adoptiert wird. Hiernach lebt die Larve im Ameisenhaufen, wo sie von den Ameisen genauso gefüttert wird, als seien es die eigenen Larven.

Von Fischern und Bauern

Der Fischerort Vangså entstand Anfang des 18. Jahrhunderts, als die Kätner der Gegend auf Grund der Sandflucht gezwungen waren, neue Wohnorte zu finden. Während die eigentlichen Bauern weiter nach Osten zogen, wo sie den Boden bestellen konnten, ließen sich die armen Kätner näher an der Küste nieder, wo sie Fischfang betreiben und zusätzlich Schafe halten konnten, die sie in den Dünen weiden ließen.

In den 1920er-Jahren hatte die Besiedelung von Vangså ihren Höhepunkt erreicht mit 34 Höfen und Häusern, es gab eine Schule und ein Missionshaus sowie zwei Kaufläden. Der Ort hatte 149 Einwohner, von denen 40 Fischer waren, die insgesamt 34 Boote besaßen. Vang wurde erst 1977 elektrifiziert, doch waren die Fischer schon vorher nach Klitmøller und Hanstholm abgewandert, wo sie mit größeren Booten landen konnten.