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Die Kirche von Tved

Die Kirche von Tved bildet einen der östlichsten Punkte des Nationalparks Thy. Sie erzählt die Geschichte von den landschaftlichen Veränderungen und deren Auswirkungen auf die hier lebende Bevölkerung.

Die Sandflucht

Der Sand drang schrittweise von Westen her ein und hat dabei mit der Zeit die Ackerflächen zerstört. Die Höfe mussten aufgegeben und weiter nach Osten verlagert werden. Einzig die Kirche blieb an ihrem Platz und man tat einiges dafür, den Friedhof von Sand frei zu halten, um ihn weiter benutzen zu können und einen Zugang zur Kirche zu haben.

Ende des 16. Jahrhunderts erhielt die Kirche einen neuen Altar und eine Kanzel, um den neuen Kirchganggepflogenheiten gerecht zu werden, die die Reformation 1536 mit sich gebracht hatte. So wurde auch der Taufstein unter den Chorbogen versetzt. 1668 war die Zeit reif für neue Altarmalereien, wobei es sich bei den heute zu sehenden Bildern um eben jene Malereien handelt: eine Abendmahlszene, die Judas mit 30 Silberlingen zeigt.

Große Teile der Kirchgemeinde Tved fielen der Sandflucht zum Opfer. Erst 1902 wurde mit dem Anpflanzen der Plantage Tved begonnen und mit dem Heranwachsen der Bäume veränderte sich die Landschaft von einer offenen mit Dünen überdeckten Fläche zu einem dichten Wald.

Die Kirche ist vom 1. März bis 1. November täglich von 8 bis 17 Uhr mit Ausnahme von Sonn- und Feiertagen für Besucher geöffnet.

 

Die mittelalterliche Kirche

Im Mittelalter, Ende des 12. Jahrhunderts, wurde die Kirche erbaut. Aus massiven, behauenen Feldsteinen wurden Chor und Schiff im romanischen Stil errichtet und die umgebende Fläche als Friedhof geweiht. Im Kircheninnern befand sich ein Altar aus Stein. Die Taufe war mit drei Löwen verziert, die ein Wildschwein angreifen. Und sie war zwischen den beiden Eingangstüren am Westende der Kirche platziert. Die Wände waren mit Kalkmalereien im Stil der Zeit verziert. Es wird vermutet, dass in der Umgebung des Friedhofs die Höfe des Dorfes lagen, denn der Boden war fruchtbar und außerdem stellten die nahe gelegenen Wiesen gute Weideflächen dar.

Turm und Kalkmalereien

Die Zeiten änderten sich und damit die Wünsche und Anforderungen an die Kirche. Um 1500 wurde für die Glocke von 1498 ein Turm gebaut. Der Kirchenraum erhielt ein schönes Kruzifx und die alten Kalkmalereien wurden durch neue ersetzt. Hierzu zählte eine Darstellung von Adam und Eva an der Südwand des Chors. Das Bild zeigt das Paar an einem Baum, um dessen Stamm sich die Schlange nach oben windet. Adam hat den Apfel bereits empfangen und der Sündenfall ist unabwendbar. Die Landschaft um Adam und Eva ist völlig nackt und nicht eben üppig, sondern ähnelt eher der Umgebung vor Ort. Denn ungefähr zur selben Zeit begann sich die Sandflucht in der Gemeinde bemerkbar zu machen und das war für das Umfeld der Kirche von großer Bedeutung.

 

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