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Kirchenruine Tvorup

Die Sandflucht ist der zentrale Schlüssel für das Verständnis der Landschaftsbilder im Nationalpark Thy. Hiervon zeugt auch die Kirchenruine Tvorup, die auf einer Lichtung im Dünenwald liegt. Besuchen Sie die Kirchenruine und versuchen Sie sich vorzustellen, wie es hier vor der Sandflucht aussah.

Die Kirche von Tvorup

Die Kirche von Tvorup wurde Ende des 12. Jahrhunderts als eine typisch romanische Dorfkirche aus behauenen Granitquadersteinen und mit Apsis, Chor und Schiff gebaut. Man muss sich vorstellen, dass die Gemeinde damals aus Höfen und Dörfern umgeben von Feldern bestand. Um 1500 begann die Sandflucht die Gegend zu beeinflussen. Es wurde immer schwerer, den Boden zu bestellen und die wirtschaftliche Lebensgrundlage der Gemeinde aufrecht zu erhalten. Quellen berichten, dass die Gemeinde Mitte des 18. Jahrhunderts nahezu entvölkert war und man über die versandete Kirche hinwegfahren konnte. Das Tor war mit Sand verschlossen. 1794 wurde die Gemeinde der Gemeinde Vang zugeordnet. Die Kirche wurde abgerissen und die Genehmigung erteilt, die Baumaterialien für die Kirche von Vang wieder zu verwenden, die unter anderem eine neue Vorhalle erhielt. Auch der Kronleuchter aus Tvorup hängt heute in der Kirche von Vang.

Die Ruine der Kirche von Tvorup ist ein friedvoller Ort, der unbedingt einen Besuch wert ist. Granitsteine und Reste des mörtelgefüllten Mauerkerns zeigen die Umrisse der Kirche, und der frühere Friedhof liegt mit Gras überwachsen und umgeben von den Resten des alten Kirchendeichs. Der Wald, der die Ruine umgibt, wurde angelegt, um der Sandflucht Einhalt zu gebieten und ist damit das letzte Kapitel in der Geschichte über die Veränderung der Landschaft.

Tvorup Hul

Der Weg von der Kirchenruine Tvorup bis zu Küste führt durch den Dünenwald, vorbei an Tvorup Hul (Tvoruper Loch). Hierbei handelt es sich um einen nährstoffarmen Dünensee, der offiziell und auf alten Karten die Bezeichnung Tvorup Vestersø trägt. Er liegt in einer Niederung in der früheren Dünenlandschaft und ist ungefähr 4 Hektar groß. Sein Boden besteht aus Sand. Das Wasser ist klar und die Wassertiefe beträgt im östlichen Teil bis zu 6 Meter.

Der See steht wegen seiner interessanten Flora unter Naturschutz. Neben den seltenen Arten Wasser-Lobelie, Strandling, See-Brachsenkraut und Stachelsporiges Brachsenkraut, Wechselblütiges Tausendblatt kommt hier auch die sehr seltene Pfriemenkresse Subularia aquatica vor. Die Seeufer waren bis dicht ans Wasser mit Nadelbäumen bewachsen, doch hat man in den letzten Jahren die unmittelbare Umgebung des See gerodet. Die Einleitung von Wasser aus Waldgräben wurde gestoppt und um den See wurden Zäune gezogen und Weideflächen angelegt. Diese Pflegemaßnahmen verschönern diesen Dünensee und sorgen für eine gute Wasserqualität. Dadurch bietet der Rundweg um den See Wanderern herrliche Naturerlebnisse.