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Klitmøller

Klitmøller ist heute weithin bekannt für seine ausgesprochen guten Surfbedingungen. Von der Küste aus kann man den Surfern zusehen, wie sie sich mit ihren Brettern mutig in Wind und Wellen stürzen.

Thys Metropole

Klitmøller hat seinen Namen von den drei Wassermühlen, die hier einmal standen. Hier wurde das Getreide verarbeitet, das zusammen mit Fleisch, Butter, Wolle und Stoffen nach Norwegen verschifft wurde. Klitmøller war neben anderen Orten an der Westküste Jütlands vom 16./17. Jahrhundert bis Anfang des 19. Jahrhunderts nämlich ein wichtiger Ausgangspunkt für den Seehandel mit Norwegen. Der Transport ging mit den so genannten Sandschuten, flachbödigen Holzschiffen, vonstatten. Durch ihre Konstruktionsweise konnten sie bis hinauf auf den Strand gezogen werden.

Umgekehrt wurden aus Norwegen Bauholz und Eisen importiert, Dinge, die in Thy Mangelware waren. Gleichzeitig fanden aber auch Luxusgüter ihren Weg über das Meer bis nach Jütland. Es wird berichtet, dass sich einige Einwohner von Klitmøller sehr vornehm zu kleiden wussten. Sie trugen Muffs aus Bärenfell, Seidentücher und sogar Perücken nach der damaligen neuesten Mode. Solche Dinge konnte sich zu dieser Zeit in Thy nicht jedermann leisten. Durch den Seehandel gelangte Klitmøller zu Reichtum und war wirtschaftlich und handelsmäßig bedeutungsvoller als Thisted.

Fischerei

Eine Naturkatastrophe hatte das Ende des Seehandels zur Folge. Bei einer Sturmflut im November 1825 wurde die Landzunge Aggertangen vom Meer durchbrochen, wodurch es fortan möglich war, von der Nordsee aus in den Limfjord einzufahren. Da es vorteilhafter war, eine Hafen in relativ ruhigen Gewässern anzulaufen als an der unberechenbaren Westküste anzulanden, wurde der Seehandel rasch nach Thisted verlagert und der Handel von der Westküste schlief ein.

Nach dem Ende des Schutenhandels erlangte der Fischfang große Bedeutung für die Bewohner von Klitmøller. Die Fischerboote wurden am Strand östlich von Ørhage an Land gezogen und der Fang wurde in den Häusern auf dem Landungsplatz verarbeitet. Als der Hafen von Hanstholm 1967 eingeweiht wurde, wurde ein Großteil der Fischerei dorthin verlagert. In Klitmøller gibt es aber immer noch einige Fischer, die Fischfang im Nebenerwerb betreiben. Am Landungsplatz stehen die charakteristischen Geräteschuppen als Zeugnis der Küstenfischerei und am Strand kann man an Bord des alten Fischkutters Bellis gehen.

Surfing in Cold Hawaii

Heute werden Strand und Landungsplatz hauptsächlich von Surfern genutzt. Die guten Wind- und Strömungsverhältnisse haben der Gegend den Namen „Cold Hawaii“ gegeben, der Ort wird von Surfern aus vielen Ländern besucht. Die Stimmung in Klitmøller ist irgendwie eine charakteristische Mischung aus Lokalkolorit und dem Duft der großen weiten Welt - ganz so wie zu den Hochzeiten des Seehandels.

Auch neue Architektur prägt den Landungsplatz von Klitmøller. Mit Unterstützung von Realdania hat man versucht, das einzigartige Potenzial des Ortes für ein aktives Küstenleben zu unterstreichen. Im Frühjahr 2012 wurden eine neu angelegte Strandpromenade und das so genannte Hummerhaus eingeweiht. Das Haus stellt Surfern und Biologen Räumlichkeiten zur Verfügung, während die Strandpromenade namens „Foreningsvejen“ (Vereinigungsweg) Rollstuhlfahrern und Kinderwagen den Zugang zum Meer erleichtert und Ortschaft und Küste enger aneinander bindet.

Klitmøller ist von Natur umgeben.

Von Klitmøller aus erstreckt sich das Wildreservat Hanstholm 10 km nach Norden. Der zwischen der Küstenstraße Kystvejen und dem Meer gelegene Teil des Reservats ist uneingeschränkt zugänglich.

Südlich von Klitmøller liegt ein militärisches Schießgelände, das aber seit 2014 nicht mehr von den dänischen Streitkräften genutzt wird. Die Naturlandschaft mit Dünenheide, Dünenwald und Dünen ist wunderschön und durchzogen von ausgeschilderten Rad- und Wanderwegen.