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Lyngby

Lyngby liegt so weit draußen in den Dünen, dass man fast am Ende der Welt zu sein glaubt. Fährt man durch den Ort weiter nach Westen, gelangt man auf einer gewundenen Straße zur Steilküste und zum Strand.

Das Rettungshaus

Mitten im Ort liegt das alte Rettungshaus, das heute als einfache Übernachtungsstätte eingerichtet ist. Die Rettungsstation wurde 1882 gegründet. Anfangs gab es dort nur einen Raketenapparat, der bei Rettungsaktionen vom Strand aus zum Einsatz kam. Später, von 1920-1946, hatte der Fischerort ein Rettungsboot. 1975 wurde die Rettungsstation geschlossen. Sowohl nördlich als auch südlich von Lyngby kann man auf dem alten Rettungsweg entlang gehen, der für die Rettungsmannschaft als Zufahrtsweg zum Strand angelegt worden war. Heute ist der Weg Teil des Wanderwegs Vestkyststien. Wer will, kann im Rettungshaus übernachten. Ansprechperson ist Niels Peter Jakobsen, der im Haus gegenüber wohnt.

 

Neusiedler in den Dünen

Lyngby entstand 1864, als sechs Familien aus dem Gebiet um Agger beschlossen, an einen anderen Ort zu ziehen. Sie zogen in Richtung Norden und ließen sich in Hvidbjerg Klit in einer Heideebene nieder. Hier gab es bestellbaren Boden und einen guten Platz zum Wohnen im Windschatten hinter den Meeresdünen, und trotzdem nahe genug am Meer, um fischen zu können. Der Überlieferung nach sollen die Frauen bei ihrer Ankunft ausgerufen haben: „Jetzt kommen wir direkt ins Himmelreich.“

In den folgenden Jahren siedelten sich noch weitere Familien an. Der Haupterwerb war der Fischfang. Die Landungsverhältnisse bei Lyngby waren jedoch nicht sehr gut, und so baute man in den 1930er-Jahren Buhnen als Wellen- und Strömungsbrecher. Doch schwierig blieben die Bedingungen trotzdem, weshalb die Fischer letztlich dazu übergingen, den Hafen in Thyborøn zu nutzen.

Bereits in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen kamen Touristen nach Lyngby. Angelockt wurden sie jedoch nicht von modernen Annehmlichkeiten, denn elektrischen Strom bekam der Ort erst 1965. In den 1970er-Jahren zogen viele Menschen aus dem Ort weg. Heute haben nur noch wenige Menschen ihren festen Wohnsitz hier, die alten Häuser sind gefragt als Ferienhäuser von Menschen, die Ruhe und die großartige Natur suchen. Dinge, die Lyngby und seine Umgebung noch immer zu bieten hat.

Die deutsche Batterie

Im Zweiten Weltkrieg wurde eine Küstenbatterie mit verschiedenen Bunkern und Kanonenstellungen nördlich von Lyngby angelegt. Die Bunker und Schützengräben der Anlage sind noch gut erhalten. Die Batterie war mit 100-150 Mann besetzt, wovon die Bewohner des nahen Lyngby nicht unberührt blieben. Wie vielerorts war die einheimische Bevölkerung gezwungen, sich mit der Anwesenheit der Deutschen abzufinden und man kam durchaus auch ganz gut miteinander aus. Aus Lyngby wird erzählt, dass deutsche Soldaten gerne mit den Kindern spielten.

Die Heide von Lyngby

Lyngby ist von großen ungestörten Dünenheiden umgeben, hier kann man oft stundenlang unterwegs sein, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Hirsche und Rehe äsen zwischen den Dünen und der Kranich brütet in feuchten Niederungen in Richtung der Dünenschutzwälder im Osten. Bitte beachten Sie, dass das Gebiet östlich des Rettungsweges aus Vogelschutzgründen im Zeitraum 1. April bis 15. Juli nicht betreten werden darf.

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